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ECCONeue Empfehlungen zum Management von Infektionen bei CED-Patienten

04.11.2026Ausgabe 5/20262min. Lesedauer

Die European Crohn’s and Colitis Organisation (ECCO) hat ihre Empfehlungen zur Prävention, Diagnose und zum Management von Infektionen bei CED-Patienten aktualisiert und an die Verfügbarkeit neuer Therapieoptionen mit immunsuppressiver Wirkung seit dem letzten Konsensuspapier im Jahr 2021 angepasst. Insgesamt wurden von der Task Force 50 Statements erarbeitet, die helfen sollen, die Infektions-bezogene Morbidität und Mortalität bei CED-Patienten unter Erhalt einer möglichst optimalen Krankheitskontrolle zu minimieren.

CED-Patienten unter Therapie mit Immunsuppressiva seien nicht per se einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt, betont die Taskforce. Das Risiko sei abhängig von der eingesetzten Substanzklasse und der Dosis sowie von Faktoren des Wirtes, etwa hohes Alter und Komorbiditäten wie chronische Lungenerkrankungen. Zu den Substanzen mit dem höchsten Infektionsrisiko zählen systemische Kortikosteroide, insbesondere bei Anwendung in hohen Dosierungen (≥20 mg/Tag Prednison-Äquivalent über einen Zeitraum ≥ 2 Wochen) und in Kombination mit Thiopurinen oder TNFi.

Empfohlen wird bei allen CED-Patienten, idealerweise bereits zum Zeitpunkt der Diagnose und vor Beginn einer immunsuppressiven Therapie, ein serologisches Screening auf die Virusinfektionen Hepatitis B/C, HIV und Epstein-Barr-Virus, bei nicht dokumentierter Infektion bzw. Impfung auch auf Hepatitis A, Mumps, Masern, Röteln und Varizellen. Erwogen werden sollte bei Frauen auch ein Screening auf humane Papillomavieren (HPV) mittels Zervixabstrich. Bei Nachweis einer akuten schweren oder disseminierten Virusinfektion sollte eine vorübergehende Pausierung der immunsuppressiven Therapie erwogen werden.

Empfohlen wird auch ein Tuberkulose-Screening vor Beginn einer immunsupressiven Therapie und bei Patienten mit einem Krankheitsschub unter laufender Therapie ein Screening auf eine Clostridium difficile-Infektion. Erläutert wird in dem Konsensuspapier auch die Vorgehensweise bei Patienten mit erhöhtem Risiko für seltene Pilz- und parasitäre Infektionen. Zudem gibt es Tipps zur Therapie und Empfehlungen zu Impfungen. Standard sind Impfungen gegen Hepatitis A/B, Herpes zoster, HPV sowie jährliche Influenza-Impfungen.

Quelle
  • Yanai H et al. ECCO Guidelines on the Prevention, Diagnosis, and Management of Infections in Inflammatory Bowel Disease. J Crohn‘s Colitis 2026; 20(7): jjag071. doi.org/10.1093/ecco-jcc/jjag071

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